• Abgründe treten wie Geysire ans Tageslicht

    In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts trieben Politiker des 3. Lagers die Großparteien vor sich her. Saubermann, Taferlritter, Politpopstar, immer mit dem Gedankengut der NS-Zeit spielend, wurden neue Kategorien in die Politik eingeführt: die Aufräumer, Aufdecker und die Aufsteiger. Tankstellenpächter, Schmalspuringenieure und zahlreiche Personen, die bei Zeltfesten aufgesammelt wurden, bekamen politische Ämter und Aufgaben zugewiesen. Und von da an galt die Kategorie der persönlichen Bereicherung. Es ging nicht um die Vertretung von Zielgruppen aus der Bevölkerung, sondern es ging um die eigene Bereicherung und das ungenierte Zugreifen in den öffentlichen Geldtopf. In den Regierungsjahren wurde dieses System dann noch auf die Spitze getrieben. Jetzt treten die Abgründe wie Geysire ans Tageslicht: Privatisierungen wurden am Grad der Bewirtschaftung in die eigene Tasche und nicht für die Allgemeinheit bemessen, Provisionen, Deals, Eifersüchteleien, Entscheidungen von Anschaffungen im Milliardenwert wurden in einer Nacht verändert, Bankinstitute als Geldspeicher für eigene Projekte gesehen. Jetzt brechen die Eiterbeulen auf und die Vertreter versuchen ihre Haut zu retten. Eine politische Soap-Opera, die traurig macht, da dadurch alle PolitikerInnen in den Schmutz gezogen werden, auch die, die sich tagtäglich für Menschen einsetzen und einer politischen Idee zum Durchbruch verhelfen wollen. Traurig macht mich, weil ich weiß, dass viele WählerInnen sich bei ihren politischen Entscheidungen blenden lassen und denen mehr glauben, die mehr Schein als Sein verbreiten.
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